
Mit Vollzeitjob zur eigenen Webnovel
WasabiDog hat bei EA Mobile und Com2us Mobile Games entwickelt und ist heute für das Grafikdesign der Bildbearbeitungs-App PhotoScape zuständig. In den 1990ern hat WasabiDog in einem Fantasy-Club auf Chollian, einem der frühen koreanischen Onlinedienste, an einer Kurzgeschichtensammlung mitgewirkt und schreibt seit Kurzem neben dem Job wieder an einer Fantasy-Webnovel. Wir haben gefragt, wie sich nach Feierabend Zeit finden lässt, woran es nach der langen Pause hakte und wie das Überarbeiten abläuft.
Das Interview wurde im April 2025 geführt. Seitdem haben sich einige Funktionsnamen in TypeTak geändert. An den betreffenden Stellen haben wir Anmerkungen der Redaktion ergänzt.
Gab es einen Anlass, neben dem Job mit dem Schreiben von Webnovels anzufangen?
Genreliteratur hat mich schon immer interessiert, vor allem Fantasy. In den 1990ern, zur Zeit von Chollian, einem der frühen koreanischen Onlinedienste, war ich in einem Fantasy-Club namens „Schwert und Magie“ aktiv und habe dort sogar einmal an einer Kurzgeschichtensammlung mitgewirkt. Mit den Jahren ließ das Interesse nach – bis mich der aktuelle Webnovel-Boom gepackt hat und ich es plötzlich selbst einmal versuchen wollte.
Was war am schwierigsten daran, neben dem Beruf an einer Webnovel zu schreiben?
Schwierigkeiten gab es unzählige, aber am härtesten war es, überhaupt Zeit freizuschaufeln. Wie wohl jeder weiß, besteht ein Tag ja nicht nur aus Arbeit und Schreiben. Alle, die das trotzdem irgendwie schaffen, bewundere ich wirklich.
Was haben Sie getan, um beides zu vereinbaren?
Anfangs habe ich vor allem an der Zeitplanung geschraubt: weniger geschlafen, Lücken im Alltag genutzt, feste Pläne gemacht. Inzwischen glaube ich aber, dass am Ende Kondition und Konzentration all das erst möglich machen. Das merke ich mit jedem Jahr deutlicher.
Wie kamen Sie dazu, ein Schreibtool zu nutzen?
Als ich nach langer Pause wieder schreiben wollte, hakte es an allen Ecken. Jedem Kapitel einen runden Bogen zu geben, war nicht leicht. Meinen Stil, der über die Jahre eingerostet war, zu verändern, ebenso wenig. Und anders als zu Club-Zeiten bekam ich so gut wie keinen Rat zu meinen Texten und keine Reaktionen von Lesern. Ich hatte das Schreiben fast schon aufgegeben, als ich TypeTak einfach mal ausprobiert habe – und seitdem habe ich das Gefühl, eine verlässliche Hilfe an meiner Seite zu haben, mit der ich viele dieser Probleme gemeinsam angehen kann.
Was hat sich verändert, seit Sie TypeTak nutzen?
Die größte Veränderung: Ich verliere viel weniger Zeit an einzelnen Sätzen, und wenn ich das Tempo eines Absatzes anpassen will, finde ich schnell eine Lösung, statt herumzuirren. Seit ich beim Schreiben Rücksprache mit der KI von TypeTak halte, zerbreche ich mir weniger den Kopf über Kleinigkeiten und habe mehr Zeit, über den Aufbau des ganzen Textes nachzudenken.
Wie haben Sie Feedback zu Ihren Texten bekommen?
Meistens stelle ich, wenn ein Kapitel fertig ist, Fragen dazu, wie es wirkt und was sich verbessern lässt. Wer schreibt, dem hilft es schon enorm, wenn jemand von außen – ob Mensch oder KI – den Text unvoreingenommen liest und etwas dazu sagt. Solange man noch nicht veröffentlicht und kaum erfährt, wie Leser reagieren, hat mir die Funktion „Frage“ in TypeTak sehr geholfen, meine Texte nüchterner zu betrachten und zu überarbeiten.
Anmerkung der Redaktion: Die Funktion „Frage“ von damals ist heute der Chat mit dem Agenten im rechten Bereich. Ein Manuskript zu lesen und seine Stärken und Schwächen zu benennen, übernimmt jetzt die Funktion Feedback.
Was war beim Überarbeiten am schwierigsten?
Oft hatte ich eine Szene genau so geschrieben, wie ich sie mir vorgestellt hatte, und war mit den Sätzen trotzdem nicht zufrieden. Mal zog sich der Text, mal schien er für Leser schwer verständlich. Ich habe vieles mehrmals umgeschrieben, aber weil alles aus demselben Kopf kommt, kam am Ende doch immer wieder dasselbe heraus. Den eigenen Stil aus eigener Kraft aufzubrechen, ist wirklich nicht leicht. Mit den KI-Satzvorschlägen von TypeTak konnte ich dieses Problem aber ein gutes Stück weit lösen. Natürlich ist TypeTak kein Zauberstab, der jedes Mal eine hundertprozentig passende Alternative liefert. Aber es hat mir neue und vielfältige Ausdrucksweisen vorgeschlagen, auf die ich selbst nie gekommen wäre, und das hat mir sehr geholfen, einen Ansatz für die Überarbeitung zu finden.
Anmerkung der Redaktion: Aus den „KI-Satzvorschlägen“ von damals sind im Cursor-Menü die Funktionen Umformulierung und Verfeinern geworden.
Können Sie uns eine Szene zeigen, die Sie überarbeitet haben?
In meinem Roman habe ich die Persönlichkeit des eigentlichen Drahtziehers im Hintergrund nach und nach geschärft und musste dafür auch seinen Tonfall anpassen. Im ursprünglichen Konzept war er ein leidenschaftlicher Fanatiker, und entsprechend hatte er im Text Zeilen wie diese:
Doch fürchtet euch nicht! Endlich wird der Thron des Abgrunds über die Welt kommen, und unter der Führung der Größten werdet ihr zu neuen Wesen wiedergeboren!
Dann merkte ich, dass ich aus ihm eher einen Wahnsinnigen mit klarem Blick machen wollte – jemanden, der mit völlig ruhiger, arglos wirkender Miene Ungeheuerliches tut. Dafür musste sein Tonfall gesetzter und gelassener werden. Mit der Funktion „Frage“ in TypeTak habe ich mir dazu Beispielsätze wie diese geholt:
- Wo unschuldiges Blut vergossen wurde, ist das Licht des Paradieses herabgekommen, und Er hat uns erkannt.
- Wo unschuldiges Blut versickert ist, kam das Licht des Paradieses, und endlich hat Er uns gefunden.
- Wo unschuldiges Blut geflossen ist, wohnt nun das Licht des Paradieses, und Er ist zu uns gekommen.
So konnte ich den Tonfall des Drahtziehers umstellen. In den Szenen, in denen er zwischendurch Prophezeiungen ausruft, sollte er dagegen weniger gelassen klingen, sondern eher so, als würde er aus einer heiligen Schrift lesen. Mit der Hilfe von TypeTak habe ich die Zeilen so überarbeitet:
Wahrlich, wo das Blut des makellosen Opfers dargebracht ward, da senkt sich das herrliche Licht des Paradieses herab. Endlich wird Er sich unser erbarmen und in Seiner heiligen Gegenwart zu uns kommen.

Was möchten Sie Menschen mit auf den Weg geben, die sich an einer Webnovel versuchen?
Auch jetzt, da Schreiben mit KI immer selbstverständlicher wird, ist es am Ende der Wille eines Menschen, der einen Text fertigstellt und zum Abschluss bringt. TypeTak kann ein praktisches Werkzeug und ein unterhaltsamer Begleiter sein, damit dieser Wille nicht unnötig bricht oder verblasst. Zum Schluss möchte ich allen, die sich ans Schreiben wagen – ob an eine Webnovel oder an jede andere Form –, meinen aufrichtigen Respekt aussprechen.
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